Eliot ist ein sieben Jahre alter Löwchenrüde.
Völlig auf Frauchen abgefahren, ausgesprochen feindselig anderen Hunden gegenüber, aber innerhalb unserer kleinen Gruppe ein ganz lieber Kerl. Er genoss gewisse Privilegien, die man einem Hund eigentlich nicht einräumen sollte (auf dem Sofa liegen, bei Frauchen manchmal im Bett schlafen etc.). Ansonsten sehr gehorsam und gut erzogen. Wenn nur das Problem mit anderen Hunden nicht wäre, das einen Spaziergang zur Nervenprobe werden lässt.
Wir haben schon vieles probiert, aber alle Experten sind sich einig: irgend etwas muss in den ersten Wochen beim kleinen Welpen falsch gelaufen sein.
Und nun kommt so ein "kleiner" Landseerwelpe.
Sonnabend mit Eliot zu Besuch bei der Züchterin, die auch Trainerin ist, um zu testen, wie er reagieren würde. Ich war im Innersten der Meinung, dass sie uns den Welpen verweigern würde, nachdem sie Eliot erlebt hatte. Als sie meinte, das würde schon klappen, waren wir ziemlich erleichert und holten Honey am nächsten Sonntag ab, insgeheim doch ein wenig unsicher.
Auf der Rückfahrt zuerst Frauchen mit Honey links auf den Rücksitz, dann Eliot an ihre rechte Seite. Drei Stunden Fahrt verliefen problemlos, also mit beiden Hunden an der Leine auf das Grundstück. Und schon versuchte er, mit gefletschten Zähnen und einem wütenden Knurren auf Honey loszugehen.
Im Haus dann dann das gleiche Verhalten. Eliot musste für's erste an der Leine bleiben, und das in "seinem" eigenen Haus. Ein unmöglicher Zustand.
So ging es am Montag weiter. Dienstag nahmen wir unseren ganzen Mut zusammen und Eliot von der Leine. Er rannte zwar immer Mal wieder auf sie zu, wir passten aber auf, dass er nicht schnappen konnte.
Am Mittwoch ging es dann schon ein wenig besser. Das gemeinsame Spazierengehen und ständige ZUsammensein scheint zu helfen. Abends lockte Frauchen die beiden mit Leckerlies hinter sich her durchs Haus. Und so ging es immer wieder Hin und zurück, in fast trauter Eintracht.
Donnerstag und Freitag ging es immer ein wenig besser, obwohl er zwischen Schnupperversuchen an ihrem Rücken auch immer wieder ein Knurren hören liess. Das waren wir zwar gewohnt (er pflegte beim Spielen immer zu knurren) und hatten es nie ernst genommen, sondern unter "ist halt seine Macke" abgebucht. Wir hatten das Gefühl, dass Honey dadurch immer mehr eingeschüchert würde und warteten deshalb sehnsüchtig auf Sonnabend, Welpenschule.
Zuerst konnte Eliot seine Spielchen mit der Hündin der Trainerin machen, und wie es schien, hatte er sein Mütchen etwas gekühlt. Als Honey dann auf die anderen Welpen traf, schien sie anfangs wirklich etwas zurückhaltend, das legte sich glücklicherweise aber schnell. Zu Hause wirkten beide in ihrer Selbstsicherheit ein wenig gestärkt und auch ziemlich ausgeglichen. Natürlich legte Eliot sich nicht gerade zu ihr, aber er schien ihre Anwesenheit nun zumindest hinzunehmen, ohne ihre neugierigen Annäherungsversuche gleich mit Attacken zu erwidern. Zwischendurch immer wieder gemeinsames Warten auf ein Leckerlie, das schafft schon ein Band.
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